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Baldur von Schirach – Von der Hitlerjugend zur Deportation der Juden aus Wien
Aus dem preußischen Großbürgertum stammend, verbringt Baldur von Schirach seine Kindheit im Schatten seines Vaters, der dem äußersten Rechten zugeneigt ist. Als ehrgeiziger junger Mann macht Baldur eine steile Karriere im NS-System: Er tritt mit 18 Jahren der NSDAP bei und wird mit 24 Jahren Führer der Hitlerjugend. Er übernimmt deren Leitung und Organisation und kontrolliert ab 1933 die ideologische und paramilitärische Erziehung von Millionen junger Menschen.
Verheiratet mit der Tochter des persönlichen Fotografen des Führers, Henriette Hoffmann, wird Baldur von Schirach 1940 zum Gauleiter von Wien ernannt. Er organisiert dort die Verfolgung und Deportation der Juden und errichtet ein Zwangsarbeitsnetz mit den Konzentrationslagern des Mauthausen-Komplexes.
Er knüpft enge Verbindungen zur Wiener Elite und belebt ein aktives kulturelles und gesellschaftliches Leben in der österreichischen Hauptstadt. Doch nach dieser frühen und spektakulären Karriere ist der zweite Lebensabschnitt von Baldur von Schirach die Geschichte eines schrittweisen Verfalls, denn er und seine Frau fallen zunächst bei Goebbels, dann bei Hitler selbst in Ungnade.
Zu zwanzig Jahren Gefängnis vom Nürnberger Tribunal verurteilt und im September 1966 freigelassen, stirbt er 1974, ohne seine Überzeugungen widerrufen zu haben, die er in seinem Werk Ich glaubte an Hitler bekräftigte.
Der österreichische Historiker Oliver Rathkolb verfasst die erste umfassende Biografie dieser zentralen Figur des Nationalsozialismus.
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