Die militärische Revolution des Jahres II, 1794 zwischen Flandern und der Mosel
Der Feldzug von 1794 ist zunächst jener des Jahres II (21. September 1793 – 20. September 1794). Neu durch seine Immensität an Menschen, Herausforderungen und Material mobilisiert er die Kräfte der jungen Republik. Es ist auch eine Periode, in der große Operationspläne reifen; das „système général" wird deren Synthese und Matrix der kommenden großen Feldzüge sein.
Die Armeen von 1794 sind auch das Reservoir der großen Persönlichkeiten des Kaiserreichs. Dort finden sich die künftigen Führungsköpfe der Armée d'Allemagne: die Obersten Soult, Bernadotte oder Ney bei Jourdans Armée de Sambre-et-Meuse oder auch der unglückliche Areopag Moreaus – Mac Donald, Souham oder Vandamme –, die alle mehr oder weniger teuer für ihre Nähe zu Bonapartes Konkurrenten bezahlen werden. Auf Seiten der Koalition erblickt Arthur Wellesley, der spätere Herzog von Wellington, die Niederlande, während Mack, der spätere Geschlagene von 1805, bereits Generalstabschef ist. Unter all diesen Namen ist Lazare Carnot, Konzeptor und „Organisator des Sieges", vielleicht die bekannteste revolutionäre Gestalt, sein Wirken als operativer Befehlshaber ist es jedoch weniger. Das allgemeine System reift unter seiner Leitung, und er wird die Durchführung bis zum Durchbruch nach Deutschland verfolgen.
Unter genau diesem Blickwinkel – der Verbindung zwischen „Konzeption und Durchführung" von Operationen – will das vorliegende Werk dem Bericht den gebührenden Platz einräumen.
Verfasst von zwei Praktikern des Militärwesens, versucht dieses Werk aufzuzeigen, inwiefern an der Nordgrenze während des Feldzugs von 1794 das Schicksal einer Nation auf dem Spiel stand – und zugleich eine Revolution in der Kriegführung, die das Fundament der kommenden napoleonischen Kämpfe bilden sollte.
Vorwort von Universitätsprofessor Martin MOTTE
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