Das Britische Empire im Krieg – 1857–1947
Juni 1897. England feiert das diamantene Jubiläum von Königin Victoria. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildet eine denkwürdige Militärparade in London, die den Briten in Erinnerung ruft, dass ihr Land an der Spitze des größten Empires steht, das die Welt je gekannt hat. Seine Vertreter sind alle zugegen, für diesen Anlass in ihrem schönsten Ornat: die schottischen Piper, die indischen Fürsten der Indian Imperial Service Troops, die Kamelreiter aus Rajasthan, die Husaren aus Kanada, die Polizei von Hongkong, die Reiter aus Natal und aus Australien, die Soldaten aus Schwarzafrika, aus Malaysia, die Jamaikaner, die Zyprioten, Dayak aus Nordborneo… eine unzählige Menge. Als Hintergrund dient diese Erklärung Victorias an ihren Premierminister Benjamin Disraeli: „Wenn wir unseren Rang als führende Macht behaupten wollen, müssen wir mit unserem Indischen Empire und unseren großen Kolonien kontinuierlich auf Angriffe und Kriege irgendwo auf der Welt vorbereitet sein."
Tatsächlich brach 1857 der Sepoy-Aufstand aus, der Aufstand der Inder gegen die Engländer, Auftakt zu zahlreichen weiteren Konflikten: dem Zulukrieg, dem Burenkrieg, Auseinandersetzungen im Sudan und in Asien, dem „Großen Spiel" in Afghanistan, dem Boxeraufstand in China, ganz zu schweigen von den beiden Weltkriegen, die besonders verheerende Opfer forderten. Eine lange Litanei von Schlachten, Dramen und Heldentaten, bis 1947 der Union Jack in Indien und Pakistan eingeholt wurde und damit das Ende eines Empires besiegelte, über dem, wie man gern zu sagen pflegte, die Sonne niemals unterging.
Benoît Rondeau zeichnet die Geschichte der britischen Expansion und ihres langsamen Niedergangs nach. Er entwirft ein umfassendes Bild der überseeischen Feldzüge der damals führenden Weltmacht durch die Evokation bedeutender Persönlichkeiten – Lawrence von Arabien, Kitchener, Baden-Powell oder Churchill –, von Schlachten, die in die Geschichte eingegangen sind – Isandhlwana, Khartum, die Somme (1916), El Alamein, Normandie (1944) –, und erkundet die Mentalität sowie die Organisation der britischen Armee und Marine, ihre Besonderheiten, ihre Entwicklung, ohne den Alltag der Kämpfer zu vergessen, des bewaffneten Arms des „Rule Britannia".
Ein faszinierendes und einzigartiges Buch zu diesem Thema.
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