Der Slang der Poilus in 10 Lektionen
Wie jede Gruppe, die auf sich selbst zurückgeworfen lebt, entwickelten die Poilus ihre eigene Sprache. Manche Wörter sind Neologismen, die meisten jedoch leiten sich von alten Wörtern ab, aus dem Pariser Argot und regionalen Mundarten, aus dem Fachjargon verschiedener Berufsgruppen oder gar aus Fremdsprachen… Jedes dieser Wörter hat so seine eigene Geschichte, seine eigene Herkunft.
Dieser Slang erlaubt es den Kämpfern, ihre Zugehörigkeit zur Gemeinschaft zu bekunden und die für das Überleben der Gruppe unerlässliche Solidarität zu stärken (die Schützengrabenzeitungen – von und für die Poilus gemacht – wimmeln übrigens von Beispielen dieses Schützengrabenargots); er entspricht auch dem Bedürfnis, die Gewalt des Konflikts zu benennen, sowohl unter den Kämpfern als auch gegenüber der Heimatfront, wie die an die Familien gesandten Briefe bezeugen. Humorvoll, rätselhaft, exotisch, ironisch – der Slang der Poilus ist ein geschicktes Mittel, Distanz zu gewinnen und den Alltag zu entdramatisieren.
Ob sie nach dem Krieg in Vergessenheit gerieten oder sich dauerhaft in der Sprache verankerten – der Slang der Poilus ist ein wertvoller Spiegel der Kampferfahrung.
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