Die Bunker des Atlantikwalls haben noch nicht alle ihre Geheimnisse preisgegeben. Man weiß, dass sie ein integraler Bestandteil einer gigantischen Befestigungsanlage waren, die entlang der Küsten des besetzten Europas errichtet wurde, um jede Landung der befreienden alliierten Streitkräfte zu verhindern. Man weiß, dass diese als unüberwindbar geltende Mauer an einem Junimorgen 1944 im Donner der Waffen durchbrochen wurde. Ihre historische Rolle war damit beendet. Was ist von diesen Tausenden in größter Eile gebauten Bunkern geblieben? Verlassen, ihrem Schicksal überlassen, geplündert, mit Graffiti beschmiert, säumen sie unsere Küsten wie nutzlose und hässliche Markierungspunkte. Für manche sind sie tatsächlich die letzten Zeugen einer harten Zeit, die man vergessen und daher zerstören sollte. Für andere sind sie die vertrauten Orientierungspunkte unserer sommerlichen Spaziergänge, die man erklimmt oder vorsichtig erkundet. Nur wenige von uns betrachten sie als historisches Erbe, das es zu schützen und zu erläutern gilt. Eine weitreichende Debatte. Vorerst offenbart ihre Erkundung manche Überraschung. Zahlreiche Wandmalereien schmücken nach wie vor hartnäckig ihre Mauern. Von den Soldaten hinterlassen, die sie bewohnten, erzählen diese Fresken von ihrem Alltag, enthüllen ihre intimsten Gedanken, rühmen ihre Heldentaten und brandmarken ihre Feinde. All diese Wandmalereien zeugen auf ihre Weise von einer turbulenten und komplexen Vergangenheit, die, was auch immer man sagen mag, zu unserer gemeinsamen Geschichte gehört. Dieses Buch, illustriert mit 650 Fotos und Dokumenten, lädt dazu ein, diese erstaunliche Bunkerkunst zu entdecken, bei einem langen Spaziergang entlang der Küsten der Niederlande, Belgiens, der Kanalinseln und unseres schönen Landes Frankreich.