VICHY - Geschichte einer Diktatur 1940-1944
Mehr als achtzig Jahre nach seinem Ende sucht das Vichy-Regime unser kollektives Gedächtnis noch immer heim. Innerhalb weniger Tage, im Juli 1940, brach die Republik zusammen. Hinter Marschall Pétain, dem Nationalhelden, der zum Staatschef geworden war, und dem skrupellosen Politiker Pierre Laval ergriffen Opportunisten, die auf die deutsche Karte setzten, und rechtsextreme Doktrinäre die Macht.
Die Diktatur etabliert sich zum Schlechtesten. Nachdem die Regierung 1940 die politische Kollaboration gewählt und 1942 den Weg des antisemitischen Verbrechens eingeschlagen hatte, brachte sie schließlich nahezu die gesamte Bevölkerung gegen sich auf. Diese dunkle Seite wird hier wie nie zuvor erzählt, auf der Grundlage unveröffentlichter Archive, der letzten ausgegrabenen Zeugnisse und erneuerter historischer Ansätze, die den psychologischen Triebkräften, der Komplexität der Lebensläufe und den Handlungsspielräumen der Akteure Aufmerksamkeit schenken.
Im Laufe der Lektüre entsteht so ein eindringliches und differenziertes Bild. Das Werk zeigt zugleich die Flucht nach vorn und die egoistische Verblendung der wichtigsten Führungspersönlichkeiten des pétainistischen Regimes, die Umsetzung verbrecherischer Politiken, die bisweilen von Beamten abgemildert wurde, die im Herzen des Staates eine echte Grauzone bildeten, sowie eine Öffentlichkeit, die lange abwartend blieb, sich aber zunehmend auf die Seite der Alliierten neigte.
Eine eindringliche Reflexion über die verhängnisvollen Folgen der Amoralität in der Politik und historische Schlussfolgerungen, die unsere Gegenwart hinterfragen.
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