Schießtraining
Ein Pistolenträger wird früher oder später dazu veranlasst, sein Training zu hinterfragen.
Wer in einer Behörde arbeitet, wird in dieser Frage von den Ausbildern seiner Einrichtung betreut, aber nichts hindert ihn daran, zusätzlich alleine zu trainieren, solange er nicht in Konflikt mit der Doktrin seines Dienstes gerät. Verständnis ist die Voraussetzung jeder Verbesserung; deshalb befasst sich dieses Werk zunächst damit, die Schlüsselfaktoren für den Einsatz einer Schusswaffe in einem Konfrontationskontext zu bestimmen – mit den daraus zu ziehenden Trainingslehren als rotem Faden.
Distanz, Schussanzahl, Entscheidungsfähigkeit und Deckungsnutzung sind Parameter, die grundlegende Fragen zu Fundamentaltechniken, Mobilität und dem Einsatz von Deckungen aufwerfen. Daraus ergeben sich Hypothesen und Möglichkeiten für die Vorbereitung und das Training je nach Kontext und individuellen Mitteln. Auch wenn der Ansatz bewusst aus der Perspektive desjenigen gewählt wurde, der allein vorankommen möchte, sind das Arbeiten im Zweier- oder Teamverband sowie die Arbeit des Ausbilders letztlich nur die natürliche Erweiterung davon.
Zu trainieren, ohne zu verstehen oder Zweifel an der Gültigkeit der gewählten Methoden zu haben, ist bestenfalls kontraproduktiv. Ebenso ist es wenig hilfreich, eine Argumentation aufzubauen, die im Widerspruch zu einem administrativen Trainingsprozess steht. Es ist daher alles eine Frage des Kompromisses. Dennoch kann ein umfassender Blick auf die Fragen und Implikationen des Tragens und des Umgangs mit einer Waffe zu keinem Zeitpunkt schaden. In diesem Sinne versteht sich dieses Werk zugleich als Denkwerkzeug und als praktische Verbesserungshilfe.
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