Die Kampfgeschwader 54 – Das Totenkopfgeschwader – Band 1
Die Kampfgeschwader 54, die Totenkopfgeschwader, ist unter Luftkriegsbegeistertern des Zweiten Weltkriegs bestens bekannt – dank ihres Totenkopfabzeichens, das vom Husarengeschwader ererbt wurde. Vor allem aber zeichnete sich die KG 54 als eine der wenigen Luftwaffe-Geschwader aus, die vom ersten bis zum letzten Tag des Konflikts kämpfte – wenngleich in verschiedenen Formen und mit oft wechselnden Stärken. Aus der KG 254 hervorgegangen, begann die KG 54 bescheiden mit einer einzigen Gruppe, die im September 1939 in Polen eingesetzt wurde.
Im April 1940 nahm ihre zweite, während des Sitzkriegs aufgestellte Gruppe an den Kämpfen in Skandinavien teil. Im darauffolgenden Monat wurde das auf drei Gruppen verstärkte Geschwader in den Westfeldzug geworfen. Nach der Auflösung der dritten Gruppe, die in den Kämpfen vom Mai/Juni stark gelitten hatte, kämpfte die KG 54 in der Battle of Britain und setzte ihre Einsätze über England während des nächtlichen Blitz fort. Im Juni 1941 kämpften die beiden im Rahmen von „Barbarossa" in die UdSSR verlegten Gruppen heftig und führten zahlreiche Einsätze durch, erlitten jedoch so schwere Verluste, dass sie Ende des Jahres ins Reich zurückgerufen wurden. Die militärische Lage hatte sich jedoch derart entwickelt, dass die Totenkopf ab dieser Zeit gezwungen war, ihre Kräfte aufzusplittern: die I./KG 54 verlegte ins Mittelmeer, während die II./KG 54 in die UdSSR zurückkehrte (mit einem kurzen Aufenthalt in Frankreich). Bei den Kämpfen um Malta operierte die I./KG 54 gemeinsam mit der K.Gr. 806, die damals in III./KG 54 umbenannt wurde.
Diese beiden Gruppen unterstützten das Afrika Korps von Feldmarschall Rommel, bevor sie 1943 in Sizilien von der II./KG 54 verstärkt wurden; das Geschwader nahm an den letzten Kämpfen in Afrika (Tunesien) teil. Nun auf voller Stärke, stellte sich das 54. Geschwader der alliierten Landung in Sizilien entgegen, bevor es sich auf verschiedene Stellungen in Kontinentalitalien zurückzog. Die Totenkopf verließ den Mittelmeerraum Ende 1943 endgültig und kehrte in den Westen zurück. Dort wurde sie jedoch im Rahmen der blutigen Operation „Steinbock" über England eingesetzt. Die Verluste waren so hoch, dass die II./KG 54 im April 1944 aufgelöst wurde. Und zwei Monate später war es ein wiederum auf zwei Gruppen reduziertes Geschwader, das bei der alliierten Landung in der Normandie in ebenso verlustreichen Einsätzen an Menschen und Material eingesetzt wurde. Im zähen Rückzugskampf kehrte die KG 54 ins Reich zurück, wo sie im September 1944 zur Jagdeinheit wurde und das berühmte Strahlflugzeug Me 262 erhielt.
Da das Flugzeug jedoch weiterhin unter ernsthaften „Kinderkrankheiten" litt, konnte die KG (J) 54 (obwohl durch eine zweite Gruppe verstärkt) gegenüber den alliierten Luftstreitkräften, die zahlenmäßig deutlich überlegen waren, kaum glänzen und wurde dezimiert. Am 8. Mai 1945 kapitulierte das überlebende Personal des Totenkopfgeschwaders, dessen Angehörige zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich in Österreich und der Tschechoslowakei verstreut waren.
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