DIE ZÖLLNER IN DER SCHLACHT UM FRANKREICH 1939–1940
1939, das Jahr, in dem Frankreich in einen neuen Weltkrieg hineingezogen wurde, ist für die Zöllner zum dritten Mal mit einem schwarzen Stein zu markieren. Nach 1870 und 1914 wird das Militärkorps der Zöllner erneut mobilisiert. Wie ihre Vorgänger zuvor wird auch diese dritte Generation von Zollkämpfern ihre Pflicht tun, getreu dem Wahlspruch „Honneur et Patrie" ihrer Fahne.
Diese Beamten werden während der „Drôle de Guerre" die militärische Überwachung der Grenzen ausüben, und im Osten werden Zöllner als Führer für Freischärler bei Einbrüchen in feindliches Gebiet dienen.
Am 10. Mai 1940 erhielten die Zollbrigaden des Ostens und anschließend des Nordens unter dem feindlichen Druck den Befehl zum Rückzug. Einige Bataillone schafften es bis in den Süden. Andere wurden schließlich gefangen genommen, ohne von ihrer spärlichen Bewaffnung Gebrauch machen zu können.
Doch im Mai und Juni, mit dem Rücken zur Wand, taten einige Zollverbände mehr als ihre Pflicht. Mutige Beamte zeichneten sich besonders in Boulogne-sur-Mer, Calais, im befestigten Lager von Dünkirchen und bei der Verteidigung des Fort du Larmont nahe Pontarlier aus… Dabei ließen Beamte ihr Leben für Frankreich, andere wurden verwundet und verstümmelt.
Als Folge des Waffenstillstands wurden die Zollbataillone am 27. Juni 1940 offiziell aufgelöst. Diese Soldaten, die nach dem Krieg in Vergessenheit gerieten, hatten dennoch ihre Pflicht erfüllt. Dieses Buch zeichnet den unbekannten und wenig erforschten Weg dieser militärischen Zollverbände während der dramatischen Periode von 1939–1940 nach.
Der Autor Christophe Mulé ist ausgebildeter Jurist und Zöllner in dritter Generation. Als begeisterter Historiker interessiert er sich besonders für die Geschichte der Zollbrigaden. Zum Hundertjährigen Jubiläum des Ersten Weltkriegs veröffentlichte er zwei Werke über die Geschichte und die uniformkundlichen Traditionen der Zollbataillone von 1914–1918.
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