Die Ardennenoffensive 1944–1945 – Die Panzer der letzten Chance
Nach dem Erscheinen von Jean-Paul Palluds La Bataille des Ardennes im Jahr 1994 – einem Werk, das sich auf beiden Seiten des Atlantiks durchgesetzt hat – griff die Veröffentlichung von Christer Bergströms Buch im Jahr 2017 die tatsächlichen Verluste der US Army erneut auf. Dieses neue Werk von Philippe Guillemot trägt dazu bei, das Wissen über diese Schlacht durch neue Aspekte zu bereichern, was seine Relevanz begründet: Nein, das deutsche Oberkommando hat den Treibstoff nicht eifersüchtig weit hinter der Front, östlich des Rheins, gehortet – ganz im Gegenteil.
Nein, die Brücken über den Rhein waren nicht gesprengt. Nein, das Eisenbahnnetz im Westen war nicht zerstört, und last but not least: Ja, es gab genug Treibstoff für die angreifenden Kräfte, die dennoch während der Schlacht auf einen echten Treibstoffmangel stießen. Der Autor stützt sich auf die Auswertung von Tausenden von Archivseiten, von denen einige sich offensichtlich als entscheidend erwiesen haben, um das, was wir über diese so einzigartige und schicksalhafte Schlacht für selbstverständlich hielten, neu zu überdenken.
Am 12. Dezember 1944 fragt Feldmarschall Model, Befehlshaber der Heeresgruppe B, Oberst von der Heydte, ob seine Luftlandeoperation eine 10-prozentige Erfolgschance habe. Von der Heydte bejaht dies, worauf Model hinzufügt, dass die Ardennenoffensive ebenfalls keine größeren Erfolgschancen als 10 % habe. Diese 10 % waren bereits vor der deutschen Offensive im Mai 1940 erwähnt worden – und jene endete mit dem überwältigenden Sieg der Armeen des Reiches. Doch seitdem sind diese erschöpft.
Gestützt auf wenig bekannte Dokumente und eine akribische Analyse zeigt der Autor die Störfaktoren auf, die das deutsche Angriffsgerät schließlich vollständig lahmlegten – die Erstickung der Offensive und ihr Zusammenbruch in sich selbst. Eine präzise Demontage von Thesen, die seit dem Ende der Kämpfe kursieren und den Leser überraschen werden – belegt durch Archivmaterial –, die zeigt, dass diese berühmten „10 % Erfolgschance" am Ende weder das III. Reich noch Model noch besaßen.
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