Die Kantinenwirtinnen - Von der Revolution bis zur III. Republik
In unserer Militärgeschichte bieten die Kantinenwirtinnen Stoff für ein ebenso ungewöhnliches wie schwer fassbares Thema. Stellen sie eine französische Ausnahme dar?
„Zu keiner Epoche haben die europäischen Armeen, mit Ausnahme jener Frankreichs, Marketenderinnen in Uniform gehabt, die den Regimentern zugeteilt waren und die Armeen auf dem Schlachtfeld begleiteten", stellt 1890 die Schrift „Les Cantinières françaises" fest.
Da die Akteurinnen dieser einzigartigen nationalen Geschichte kaum zur Feder gegriffen haben und sich am Rande der Armeen befanden, kommt zum Fehlen direkter Zeugnisse noch die Seltenheit der Verwaltungsquellen hinzu. Zu oft bleiben nur ungleich zuverlässige Namenslisten, mit Erfindungen durchsetzte Kriegsanekdoten oder die Schilderung eines Alltags, der durch einen sehr männlichen Blick verzerrt ist. So lautet es nach dem Militärhistoriker Robert Laulan (1929): „Die Geschichte der französischen Kantinenwirtinnen zu evozieren bedeutet, das pittoreskeste, federngeschmückteste und volkstümlichste Kapitel des weiblichen Heldenmuts anzugehen – das der Soldatenfrau, die zu den Vorzügen ihres Geschlechts, das sie keineswegs verleugnet, rundum männliche Eigenschaften des Einfallsreichtums, der Ausdauer, des Schwungs und der Tapferkeit vereint."
Es sind also ihre Rolle, ihre Uniform und ihr Alltag, die dieses Heft der Compagnie d'Elite für uns durchleuchtet.
Pierre-Baptiste Guillemot wird uns die Marketenderinnen der Revolution und des Ersten Kaiserreichs vorstellen, dann wird Louis Delpérier ihren Werdegang von der Julimonarchie bis zur III. Republik nachzeichnen und dabei den Höhepunkt ihrer Geschichte im Ersten Kaiserreich besonders betonen.
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