DIE ÄRZTE VON AUSCHWITZ
27. Januar 1945. Sowjetische Truppen betreten erstmals das Gelände von Auschwitz-Birkenau und entdecken mit Entsetzen das größte Vernichtungslager des Dritten Reiches. Während 60 000 Gefangene bei ihrer Annäherung evakuiert worden waren, befanden sich vor Ort nur noch 7 000 verhungernde Kranke. Wie konnten sie diese Hölle überleben? Welche genaue Rolle spielten die hohen Nazi-Funktionäre und insbesondere die Ärzte bei der Organisation des Lagers?
Gestützt auf unveröffentlichte Dokumente und zahlreiche Zeugenaussagen von Überlebenden beantwortet dieses Werk diese Fragen und beleuchtet erstmals die entscheidende Rolle, die SS-Ärzte bei der Durchführung der Endlösung gespielt haben. Von 1940 bis 1945 waren es diese Ärzte, die die Morde orchestrierten und ihren Status nutzten, um das Undenkbare zu begehen. Neben der Ermordung von Tausenden von Menschen benutzten sie diejenigen, die sie am Leben ließen, als Versuchsobjekte für ihre medizinischen Experimente und unterzogen sie, nach dem Vorbild von Josef Mengele, den schlimmsten Gräueltaten.
Zum Glück zeigten die deportierten Ärzte in einer gegenteiligen Bewegung Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit, um die kranken Menschen um sie herum zu versorgen und ihre Leidensgenossen zu schützen. Lügen, Verstecken, Entwenden und Fälschen wurden zu ihren Leitmotiven. Doch wie weit waren sie bereit, Kompromisse einzugehen, um Leben zu retten? Mussten sie eine Zusammenarbeit akzeptieren und damit jene „graue Zone" betreten, die Primo Levi so treffend beschrieben hat, in der Hoffnung, verschont zu werden?
Fernab jeglichen Manichäismus zeichnet Doktor Bruno Halioua meisterhaft die wenig bekannte Geschichte der Ärzte von Auschwitz nach und versucht, deren Psychologie zu verstehen. Ein ebenso erschütterndes wie unentbehrliches Buch.
Werk mit Vorwort von Claude Quétel, veröffentlicht mit Unterstützung der Fondation pour la Mémoire de la Shoah.
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