1940, Der Abdruck der Niederlage – Zeugnisse und Archive
Dieses Werk stellt die Folgen des Zusammenbruchs von 1940 für die französischen Archive dar: Auswirkungen der Kämpfe trotz der Schutzmaßnahmen, Reorganisationen unter der Besatzung, Mechanismen der deutschen Beschlagnahmungen.
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Die Kriegserfahrung ist generell förderlich für den Ausdruck individueller Zeugnisse. Es überrascht daher nicht, dass eine sehr große Anzahl von Kämpfern des Drôle de guerre und des Feldzugs von 1940 oder von Zivilisten, die im Strudel der Niederlage gefangen waren, zur Feder griffen, um ihre Sicht des Krieges zu schildern, angetrieben von der Überzeugung, außergewöhnliche Ereignisse zu erleben, die sie in den turbulenten Lauf der Geschichte tauchten.
Zumal es für die Zeitgenossen, mehr oder weniger bewusst, darum ging, die durch den Konflikt in den Archivquellen entstandenen Lücken zu schließen. Der Zusammenbruch Frankreichs hatte in der Tat bald das nationale Gedächtnis und die Erhaltung der amtlichen Dokumentation gefährdet, die bald in die Hände der Besatzer gelangte. Das Schicksal der französischen Archivdienste im Laufe des Jahres 1940 und während des Krieges ist trotz der jüngsten Arbeiten zu den nationalsozialistischen Raubzügen noch nicht Gegenstand umfassender Studien gewesen.
Die vor dem Krieg eingeleiteten Schutzmaßnahmen, die Auswirkungen der Kämpfe auf die Integrität der Bestände, die durch den französischen Staat bedingten Reorganisationen sowie die Mechanismen der deutschen Beschlagnahmungen werden hier in Beiträgen vorgestellt, die das Kulturerbe in seiner weitesten Definition erschließen. Unter allen Quellen zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs hat sich das Zeugnis sowohl bei Historikern als auch bei der breiten Öffentlichkeit massiv durchgesetzt.
Analysiert wird hier die Art und Weise, wie Zeugnisse gesammelt und mitunter ausschließlich verwendet wurden. Das Verhältnis zwischen Archiven, Zeugnissen und Geschichte ist komplex: Wenn Archive über ihren Wert als historische Dokumentation hinaus ein Zeugnis der Vergangenheit sind, wenn schriftliche oder mündliche Zeugnisse den Status von Archiven erlangen und dabei einer ganz spezifischen Archivkategorie angehören, werden Archivare mitunter zu Zeugen und Zeugen zu Historikern.
Schließlich dringt das Zeugnis zunehmend über das historische Feld hinaus in unsere gesamte Gesellschaft vor: Es ist in jeder Hinsicht zugleich Forschungsgegenstand und historische Quelle.
Die Autoren:
Bertrand Fonck, Archivar-Paläograph und Doktor der Geschichte, ist Kustos des Kulturerbes beim Service historique de la Défense (Abteilung für endgültige Archive). Amable Sablon du Corail, Archivar-Paläograph und leitender Kustos des Kulturerbes, ist Leiter des Missionsbüros beim Service interministériel des archives de France.
- Autor 1
- Bertrand Fonck
- Autor 2
- Amable Sablon du Corail
- Erscheinungsdatum
- März 2014
- Seiten
- 300
- Einband
- Flexibel
- Sprache
- Français
- Verlag
- SHD
- EAN
- 9782753528314