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Reinhard Gehlen. Der Spion des Jahrhunderts?
Als Mann im Schatten durchquerte Reinhard Gehlen (1902–1979) die tragischsten Stunden des 20. Jahrhunderts mit unvergleichlicher Geschicklichkeit – von den nationalsozialistischen Geheimdiensten über die CIA bis hin zu denen der Bundesrepublik Deutschland. Doch wer war wirklich derjenige, den man lange als den "Spion des Jahrhunderts" bezeichnete?
Als Berufsoffizier und überzeugter Nationalist stieg er in den 1930er Jahren schrittweise in den Stäben der Wehrmacht auf. 1942 wurde er zum Chef des Dienstes "Fremde Heere Ost" ernannt, der militärischen Geheimdienststruktur des Armeeoberkommandos.
Dort erwarb er eine einzigartige Expertise über die Rote Armee sowie die UdSSR und nährte die operativen Entscheidungen der deutschen Führung an dieser Front. Allerdings kritisierte er Hitlers strategische Entscheidungen bereits in den ersten Kriegsjahren und näherte sich den Verschwörern vom Juli 1944 an, entging jedoch der auf das Scheitern der Operation Walküre folgenden Säuberung.
Doch hier liegt sein Meisterstück: Gehlen gelang es, seine Vergangenheit nach dem Untergang des Dritten Reichs zu verbergen und in den Dienst der Vereinigten Staaten zu treten. Von der Münchner Umgebung aus leitete er zehn Jahre lang mit CIA-Geldern eine Geheimdienstorganisation, die Organisation Gehlen, und scheute nicht davor zurück, ehemalige Nationalsozialisten in seinen Dienst zu rekrutieren.
Sein Netzwerk, seine Methoden und sein tief verwurzelter Antikommunismus machten ihn bald unentbehrlich, was Bundeskanzler Adenauer dazu veranlasste, ihn zum ersten Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes zu machen
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