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1945 – Chronologie eines Wendejahres

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Der 8. Mai 1945 markiert nach wochenlangen Schlachten enormen Ausmaßes – Ardennen, Norditalien, Ostpreußen, Berlin … – das Ende des Zweiten Weltkriegs. In Europa. Für weitere vier Monate blieb der asiatische Kontinent Schauplatz eines Konflikts von erschreckendem Ausmaß, der erst durch den Einsatz einer apokalyptischen Waffe enden sollte: der Atombombe. Ein Ereignis, das mit seinem Entsetzen an die zu Jahresbeginn entdeckten nationalsozialistischen Vernichtungslager hallt, in denen sechs Millionen Juden umkamen. Holocaust und Apokalypse, die schlagartig die Fähigkeit des Menschen zur Selbstvernichtung offenbarten. Doch während die Amerikaner Hiroshima und Nagasaki verwüsteten, hatte ein großer Teil der Welt bereits einen umfassenden wirtschaftlichen, politischen und moralischen Wiederaufbau begonnen.

Um nur von Frankreich zu sprechen, das von General de Gaulle geleitet wird: Die ersten Prozesse der Säuberung (Brasillach, Pétain …) haben stattgefunden; Kommunalwahlen wurden abgehalten, bei denen erstmals auch Frauen wahlberechtigt waren; man strömte in die Kinos, um Filme von Hitchcock oder John Huston und Les Enfants du Paradis zu sehen, in Konzerte von Édith Piaf und Charles Trenet oder Theaterstücke von Jean Vilar mit Gérard Philipe; man schwärmte für die Gemälde der aufstrebenden Künstler Jean Dubuffet, Georges Mathieu und Nicolas de Staël; man stürzte sich auf die Bücher von Aragon, Gracq, Cendrars, Ponge, Elsa Triolet oder Simone de Beauvoir sowie auf die neuen Wochenzeitschriften Point de vue, Vaillant (dem späteren Pif Gadget) und Elle usw. Noch vor Jahresende entstanden die ENA, das Commissariat général au Plan, das Commissariat à l'énergie atomique, der CNPF, der Franc CFA, die Betriebsräte, das INED sowie die Zeitschrift Les Temps modernes, in der Jean-Paul Sartre das existentialistische Denken unter dem spöttischen Blick der Marxisten darlegen sollte, die die intellektuelle und künstlerische Welt beherrschten.

In diesem Sinne ist 1945 ein wahrhaftiges Wendejahr: Eine Welt geht in Flammen auf, eine andere ersteht aus der Asche. Doch es zeigt viele Gesichter, und das Ende der braunen und schwarzen Terrorregime bedeutet nicht den Triumph der Demokratie noch die Schaffung einer befriedeten Welt, wie man sie in Jalta oder San Francisco mit der angekündigten Gründung der UNO erträumte. So geht die Befreiung eines Teils Europas einher mit der Errichtung eines neuen totalitären Jochs für ein halbes Jahrhundert – des roten. Von Budapest bis Sofia, über Belgrad, Warschau, Bukarest und Prag, sowjetisieren sich die Machtverhältnisse nach und nach, unaufhaltsam, während in Indochina, Indien, im Nahen Osten und in Nordafrika ein Unabhängigkeitswind weht, der bald die europäischen Kolonialreiche hinwegfegen wird. Als Jahr des Aufbruchs und des Umbruchs zugleich wird 1945 hier in all seinen Aspekten erzählt – politisch, militärisch, sozial, kulturell, geopolitisch –, anhand einer selektiven, detaillierten und kommentierten Chronologie. Sie ist zudem reich illustriert und durch rund zwanzig Porträts markanter Persönlichkeiten bereichert, die auf ihre Rolle in diesem emblematischen Jahr fokussieren: die Generale Leclerc, MacArthur und Schukow, Juan Perón, Ibn Saud, Hô Chi Minh, Camus, Sartre, Charlie Parker, Humphrey Bogart und Lauren Bacall …

 

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Autor 1
Jean-Christophe Buisson
Erscheinungsdatum
10/10/2024
Seiten
320
Illustrationen
640
Einband
Broschiert
Format
195 x 240 mm
Sprache
Français
Verlag
PERRIN
EAN
9782262103323

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