La Carlingue – Die französische Gestapo in der Rue Lauriston 93
Von 1940 bis 1944 stellte sich eine Bande von Verbrechern unter der Führung von Henri Lafont und Pierre Bonny – einem kleinen Gauner im Bund mit einem korrupten Polizisten – in den Dienst der deutschen Besatzungsmacht und verbreitete Terror und Chaos in der französischen Hauptstadt. Von den Nazis geschützt, ging diese kriminelle Organisation unter dem Namen „Französische Gestapo der Rue Lauriston" in die Geschichte ein, im Volksmund „La Carlingue" genannt. Bei weitem die mächtigste, gefürchtetste und meistgehasste der französischen Gestapos war sie auch die bestorganisierte.
Diebstahl, Plünderung, Morde, Schiebereien und Betrügereien aller Art – nichts entgeht der Habgier dieser Banditen, die offen stehlen, töten oder foltern können, ohne Angst, von einer machtlosen Polizei behelligt zu werden. Als Hilfskräfte der Besatzungsmächte beteiligen sich die Männer der Carlingue auch an Aktionen gegen Fallschirmabwürfe sowie an der Unterwanderung von Widerstandsnetzwerken, darunter das Netz „Défense de la France" von Geneviève de Gaulle, das einen hohen Tribut zahlen wird. Doch Henri Lafont beschränkt sich nicht auf Paris: Er stellt eine kleine Miliz auf, die im Frühjahr 1944 die Dordogne und die Corrèze verwüstet, unter dem Vorwand, den Deutschen beim Kampf gegen die „Terroristen" des Maquis zu helfen.
Gegenstand wildester Phantasien und Gerüchte, bleibt die Geschichte der Carlingue von einem Hauch des Geheimnisses umgeben. Auf der Grundlage von Zeugenaussagen und zahlreichen Archivquellen, von denen die meisten bisher unveröffentlicht sind, zeichnet David Alliot das Treiben dieser mörderischen Bande nach, die traurige Berühmtheit in den Annalen des Verbrechens erlangt hat.
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