Mein Exodus vom Juni 40 – Le Havre, Trouville, Saint-Hilaire-du-Harcouët
Mein Exodus vom Juni 40 – Le Havre, Trouville, Saint-Hilaire-du-Harcouët

Mein Exodus im Juni 40 – Le Havre, Trouville, Saint-Hilaire-du-Harcouët

L20200228
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Gérard Régnier schildert seinen Exodus im Juni 1940 als Historiker und ordnet ihn präzise in jene Periode ein, die im Rückblick als die dunkelste unserer nationalen Geschichte erscheint: die „schwarzen Jahre". Er beschreibt minutiös die internationale Lage in den 1930er Jahren, das Zurückweichen der französischen und englischen Alliierten gegenüber Hitlers Provokationen und seiner „Bluff-Diplomatie" sowie das irrationale Vertrauen zaghafter politischer Verantwortlicher und unfähiger Militärs.

Seine Erzählung zeigt ihn als Sechsjährigen am 11. Juni 1940, zusammen mit seiner verwitweten Mutter und seinem zwölfjährigen Bruder, wie er das Seinemündungsgebiet von Le Havre nach Trouville-sur-Mer auf einem Fischerboot unter dem Beschuss deutscher Stuka-Flugzeuge überquert. 1941 und 1942 verbringt er in Le Havre während der Bombardierungen eine Reihe von Nächten in einem winzigen Keller. 1943 nach Lillebonne evakuiert, sieht er eines Tages seinen jungen Lehrer in der Straße in der Uniform eines Milizionärs. Lange nach dem Krieg erfährt er, dass dieser, als Mitglied einer Gruppe von Widerstandslyzéisten aus Le Havre, 1941 von der deutschen Polizei verhaftet und sechs Monate im Gefängnis La Santé inhaftiert worden war.

Und als Privileg eines Havrais erlebt der Autor vier Jahre später, im August 1944, einen zweiten Exodus: Er legt etappenweise und diesmal vollständig zu Fuß die vierzig Kilometer zurück, die Le Havre von Lillebonne trennen. Die auf dem Rathausplatz geschorenen Frauen am Tag ihrer Ankunft sind eine unauslöschliche Erinnerung. Frühzeitig als aufmerksamer Beobachter in die Welt der Erwachsenen versetzt, ermöglichen ihm die außergewöhnlichen Umstände dieser Zeit, sie in ihrem Verhalten zu beurteilen. Doch geschützt durch eine bewundernswerte Mutter und das tägliche Erhaschen kleiner Glücksmomente möchte er zeigen, dass für das Kind auf die dramatischsten Umstände sehr oft Augenblicke der Freude folgen – Zeugnis der Resilienz der Kindheit.

 

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Autor 1
Gérard Régnier
Erscheinungsdatum
2016
Seiten
174
Einband
Broschiert
Sprache
Français
Verlag
OREP

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