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Kôgun. Geschichte der japanischen Armee 1853–1948
Kôgun, die Armee des Kaisers. So nennt sich die japanische Armee ab Beginn der 1930er Jahre und betont damit ihre Schutzaufgabe gegenüber einem Souverän, der zunehmend als lebende Gottheit verehrt wird. Franck Michelin schildert in diesem einzigartigen Werk die Geschichte dieser Streitmacht und einer zentralen Institution des japanischen Nationalstaates von 1853 bis 1948. Denn die Rolle der Kaiserlichen Armee beschränkt sich keineswegs auf rein militärische Fragen. Als Stütze des Staates, als Institution, die einen Großteil der Elite hervorbringt, eine zentrale Rolle bei der Modernisierung spielt und sich tief in das Leben des Landes einschreibt, nimmt sie eine wesentliche Stellung in der Innenpolitik ein. Sie spiegelt zugleich die Erfolge und Misserfolge, die Hoffnungen und Enttäuschungen sowie die Widersprüche wider, mit denen Japan bis zur Niederlage von 1945 konfrontiert ist.
Zwar steht das Wirken des Heeres wie der Marine – vom Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg 1894–1895 über die Invasion der Mandschurei und den Russisch-Japanischen Krieg bis zu den Offensiven in Südostasien und im Pazifik in den 1940er Jahren – selbstverständlich im Mittelpunkt dieser grundlegenden Studie, doch werden hier ebenso die Entscheidungen der politischen und kulturellen Akteure, der Diplomaten und Industriellen untersucht. Der Autor legt damit eine unverzichtbare und fesselnde Gesamtdarstellung der Geschichte des modernen Japan vor, betrachtet durch das Prisma seiner Kriegsmänner.
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