Der Erste Algerienkrieg – Eine Geschichte von Eroberung und Widerstand, 1830–1852
Der "Erste Algerienkrieg" begann am 14. Juni 1830 um 4 Uhr morgens, als der erste französische Soldat in Sidi-Ferruch seinen Fuß an Land setzte. Die Eroberer stießen von Beginn an auf einen Widerstand, den sie nicht erwartet hatten, dessen symbolische Figur der Emir Abd el-Kader bleibt. Es folgten zwei Jahrzehnte von Auseinandersetzungen extremer Intensität und Gewalt. Marschall Bugeaud und viele andere Offiziere setzten die von Paris unter François Guizot, Adolphe Thiers, Jean-de-Dieu Soult u. a. beschlossene Repressionspolitik um und verstärkten sie vor Ort häufig noch.
Zu Tausenden wurden Algerierinnen und Algerier gedemütigt, enteignet, vertrieben, durch Rauch erstickt, massakriert, geköpft … 1852 beschrieb Hugo diese französische Armee als „durch Algerien verwildert". Dennoch wurde diese Terrorpolitik von großen Intellektuellen der Zeit gutgeheißen und sogar gerechtfertigt, darunter Tocqueville und Lamartine. Andere, eine kleine Minderheit, prangerten die Eroberung an – auf der Grundlage eher pragmatischer als ethischer oder politischer Kriterien. Als Auftakt zu hundertunddreißig Jahren französischer Präsenz stellt die Eroberung Algeriens einen entscheidenden Moment im Entstehen des kolonialen – und rassischen – Geistes dar, der die französische Gesellschaft dauerhaft prägte und bis heute nachwirkende schädliche Folgen zeitigt. Eine bisher einzigartige und kompromisslose Synthese über Ereignisse, die ebenso bestimmend wie unbekannt sind.
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