JOSEPH DARNAND - Vom Ruhm zur Schande
Die Biografie eines Helden des Ersten Weltkriegs, der zu einer zentralen Figur der Kollaboration wurde.
Angesichts der bevorstehenden Gedenkfeiern zu den Jahren 1944–1945: Wie kann man vergessen, dass manche "Helden" des Ersten Weltkriegs und der Kämpfe vom Mai/Juni 1940 in schlimmste Kompromisse verstrickt wurden? Unter all den Werken, die dem Zweiten Weltkrieg, dem Widerstand und der Besatzung gewidmet sind, fehlte bislang ein Standardwerk über Joseph Darnand, eine ambivalente Persönlichkeit, deren Leben mit einer grundlegenden Frage verbunden bleibt: Wie konnte ein Patriot, der sein Land von ganzem Herzen liebte, es verraten, indem er sich den Verbrechen unter der Ägide des Vichy-Regimes anschloss?
Als Unteroffizier mit 21 Jahren macht sich dieser junge Abenteurer im Ersten Weltkrieg einen Namen, als er bei hellichtem Tag die deutschen Linien durchbricht und Frankreich dazu verhilft, eine Schlacht zu gewinnen, die zum entscheidenden Sieg führt. 1940 schafft er es sogar auf die Titelseite von Match, nachdem er einen feindlichen Posten ausgekundschaftet und unter feindlichem Beschuss die Leiche seines besten Freundes zurückgebracht hatte.
Ehrgeizig und auf der Suche nach einem Lebenssinn – den er im Schicksal eines Helden sieht, der zu Unrecht an den Toren der Offiziersschulen abgewiesen wurde –, verkehrt er in der Zwischenkriegszeit in allen Kreisen der extremen Rechten. Als bedingungsloser Bewunderer Pétains folgt er ihm widerstandslos in eine tödliche Spirale und schlägt ohne Zögern den Weg der schrankenlosen Kollaboration mit dem Feind ein. So wird Darnand während des Krieges zunächst zum Chef der Milice ernannt, bevor er SS-Offizier und Staatssekretär des Innern wird.
Er wird zum Tode verurteilt und am 10. Oktober 1945 erschossen.
Gestützt auf bislang unerforschte Quellen legt Eric Alary eine schonungslose Biografie einer der meistgehassten Figuren der Kollaboration vor.
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