MARSCHALL NEY
Ein zweideutiger Held. Wer kennt nicht Marschall Ney? Er gehört neben Murat, Lannes und Lefebvre zu den bekanntesten und beliebtesten Marschällen des Kaiserreichs. In der Tat fehlte ihm nichts, um ihm einen herausragenden Platz in der napoleonischen Epoche zu sichern – weder Tapferkeit noch Siege noch Unglück... Seinen Ruhm erwarb sich der Marschall zunächst in den Revolutionskriegen, wo er sich in der Armee von Sambre-et-Meuse auszeichnete.
Doch seine Tapferkeit bei Friedland und an der Moskwa – in einer reich gefüllten Karriere mit nahezu 300 Gefechten und 50 Schlachten – gewannen schließlich auch seine hartnäckigsten Kritiker. Denn der Mann ist kein einfacher Charakter; wenn sein Enthusiasmus seine Führungsfehler oft überdeckte, so trübte seine Empfindlichkeit gegenüber seinen Kameraden sein Ansehen, das auch durch seine politische Unbeständigkeit am Ende der napoleonischen Epoche gelitten hatte.
Sein Tod vor einem Erschießungskommando am 7. Dezember 1815 machte ihn zu einem Märtyrer. Das vorliegende Werk stellt diese Legendenfigur anhand zahlreicher Archive – privater wie öffentlicher – sowie der Memoiren von Zeitgenossen vor. Diese haben sich oft gefragt, wie dieser Mann im Laufe seines Lebens Offenheit und Empfindlichkeit, Mut und Unbeständigkeit so eng miteinander verband.
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