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Karl Martell
Der Sieg über die Araber bei Poitiers im Jahr 732: Das ist so ziemlich alles, was von Karl Martell im kollektiven Gedächtnis geblieben ist.
Einfaches Scharmützel oder Kampf der Kulturen, der Europa vor der Islamisierung bewahrte? Die Tragweite dieser berühmten Schlacht erlebt im aktuellen Kontext ein wiedererwachtes Interesse und ist Gegenstand lebhafter Debatten. Man würde jedoch falsch liegen, den "Hammer der Sarazenen" auf dieses eine Datum zu reduzieren, so berühmt es auch sein mag.
Großvater Karls des Großen, Karl Martell sicherte den Übergang zwischen der sterbenden Dynastie der Merowinger und der der Karolinger. Als schlichter "Hausmeier" und dennoch Herr eines riesigen Territoriums bereitete er die Thronbesteigung seines Sohnes Pippin des Kurzen vor. Krieger vor allem, wurde er durch seine zahlreichen Siege, aber auch durch seine Zusammenarbeit mit den Missionaren und seine Einigkeit mit dem Papst zum mächtigsten Fürsten seiner Zeit, zum Retter der Einheit der fränkischen Welt, zum Bollwerk der Christenheit und damit zu einer Gründergestalt des europäischen Mittelalters.
Sein Marmorgisant, der seit fast acht Jahrhunderten in der Königsbasilika von Saint-Denis steht, zeugt für immer von seiner Größe. Dennoch hat der lückenhafte und knappe Charakter der Chroniken seiner Zeit dem Andenken Karl Martells nicht gerecht werden können.
Gestützt auf seine profunden Kenntnisse und insbesondere unter Auswertung zahlreicher Dokumente – darunter einige unveröffentlichte – zur fränkischen Gesellschaft der damaligen Zeit lüftet Georges Minois endlich den Schleier über diese erstaunliche Persönlichkeit, einen verkannten Helden der französischen Geschichte.
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