Pont-l'Évêque unter der Besatzung - OREP
„Ich bin in Pont-l'Évêque in dem Schweigen darüber aufgewachsen, was während der Besatzung geschehen war. Natürlich wusste ich, dass Doktor Étienne Grandrie deportiert worden war, ebenso der Fleischer Émile Pidoux und der Rechtsanwalt Henri Féquet. Ich wusste auch, dass mein Großvater Jules Letac im Dezember 1944 zum Bürgermeister gewählt worden war. Aber weiß man wirklich, was geschieht, wenn eine feindliche Armee eine Stadt im Pays d'Auge besetzt, ihr Gesetz, ihre Repression und ihre Zerstörungen aufzwingt? Wenn die kollaborierende Regierung von Marschall Pétain den Siegern Handlangerdienste leistet? Das Gewicht dieser Epoche lastet noch immer auf der Stadt, denn die Weitergabe des Gedächtnisses ist nicht erfolgt."
Dieses Werk ist das Ergebnis umfangreicher Forschungsarbeit der Historikerin Marie-Jo Bonnet. Die bis dahin unerschlossenen Gendarmerieakten der Epoche ermöglichten es der Autorin, Zeugnisse von Widerstandskämpfern, Kollaborateuren und Einwohnern von Pont-l'Évêque zu sammeln. Diese Zeugnisse liefern Antworten, werfen aber auch zahlreiche Fragen auf – zur Befreiung, zur Säuberung, zu den Nachkriegsprozessen und zur verheerenden Augustschlacht 1944, die die Stadt zerstörte.
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