1913 – Auf dem Weg zum Großen Krieg
Das Jahr 1913 ist jenes, in dem sich das Schicksal Europas in Richtung des Großen Krieges wendet. In der französischen Gesellschaft nehmen die Spannungen zu und die Bedrohung eines Konflikts schwebt über allem: Es ist die „schwere Stunde", die Georges Clemenceau beschrieb.
Während bereits im Januar das erfolgreiche Stück – mit Rachegelüsten – von Gaston Leroux Alsace ! gespielt wird, stürzt sich die Zeitung L'Action française unter der Feder von Léon Daudet auf alles, was einem Spion gleicht. Eine regelrechte „Spionitis" ergreift das rechtsextreme Blatt und vergiftet die Gesellschaft. Vor allem aber beherrscht die Frage der Verlängerung des Militärdienstes die medialen Debatten – unter den Worten von Jean Jaurès, Anatole France und Georges Clemenceau.
Doch trotz des drohenden Krieges geht das Leben weiter: Colette berichtet über den Prozess der Bonnot-Bande; feministische Kundgebungen werden verunglimpft; der Flieger Roland Garros überquert das Mittelmeer, und Marcel Proust veröffentlicht den ersten Band von Auf der Suche nach der verlorenen Zeit.
In Zusammenarbeit mit RetroNews, dem Pressearchiv der Nationalbibliothek Frankreichs, gibt dieses Werk anhand von 25 Presseartikeln den unaufhaltsamen Weg in das Massensterben des Ersten Weltkriegs zu lesen und kommentiert ihn. Es ist ein eindrucksvolles Zeugnis dieses langsamen Prozesses zwischen Verblendung und Kriegsvorbereitung.
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