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1915
L20160019
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Mit 1915 verfolgt Jean-Yves Le Naour sein Vorhaben weiter: diesen ersten totalen Krieg in all seinen Facetten zu beschreiben und dabei abwechselnd verschiedene Perspektiven einzunehmen – Blicke von oben und von unten, politische, soziale, militärische, diplomatische und kulturelle Brennpunkte. Auf der einen Seite die Wahrnehmungen der Soldaten, auf der anderen die Doktrin des Generalstabs, der seine Ratlosigkeit hinter der Zermürbungsstrategie verbirgt und gleichzeitig – besonders verlustreiche – Experimente durchführt, um Erkenntnisse zu gewinnen, die den "Durchbruch" ermöglichen könnten. Doch die Zermürbungsstrategie wurde nicht nur von den Soldaten, die sie erleiden, angeprangert, sondern auch von zahlreichen Generälen. Joffre seinerseits verschanzt sich in einem Elfenbeinturm, um der Kritik zu entgehen, und schaltet diejenigen aus, die ihm gefährlich werden könnten. Der Historiker nimmt das politische Leben anhand der Akten der Renseignements Généraux neu unter die Lupe – Akten, die noch nie ausgewertet worden waren! Polizeibeamte hielten tatsächlich die Stimmung der Parlamentarier in den Gängen des Palais-Bourbon fest, was einen ganz anderen Klang ergibt als das, was man in der Presse liest. In permanentem Aufruhr versuchen die Parlamentarier, die Macht über das Große Hauptquartier zurückzugewinnen – ohne jegliches Vertrauen in Joffre und angesichts einer Regierung, die es nicht wagt, ihm entgegenzutreten. Denn die Union sacrée hat es nicht gegeben – oder allenfalls als Fassade. Schließlich tritt der Krieg 1915 mit der Erfindung der Giftgase, dem armenischen Genozid, dem Bombardement Londons und Paris' durch Zeppeline, dem von den Türken im Namen des Panislamismus gegen die Alliierten entfachten Krieg usw. in eine besonders verlustreiche Phase ein.
- Autor 1
- Jean Yves Le Naour
- Sprache
- Français
- Verlag
- PERRIN
- Biografie
- Jean-Yves Le Naour ist Historiker und Dokumentarfilmer. Er ist Autor zahlreicher Werke zu diesem Thema