KRIEGSVERBRECHEN - Rouen, 9. Juni 1940
Am Morgen des 9. Juni 1940 marschierte die 5. Panzerdivision der Wehrmacht in Rouen ein.
Einige Tage später wurden im Square des Musée des Antiquités die Leichen zweier schwarzer Männer von den städtischen Diensten entdeckt. Am folgenden Tag fand man unweit davon, in den Gärten eines Anwesens in der Rue de Bihorel, die Leichen von siebzehn durch deutsche Truppen ermordeten Männern. Fünfzehn Tage später wurde dort eine weitere Leiche geborgen. Ob Zivilisten oder Soldaten – nur die Hälfte von ihnen konnte identifiziert werden, doch alle hatten eines gemeinsam: Sie waren Afrikaner oder Antillaner. Und alle waren von den Deutschen gleich bei deren Einmarsch in die Stadt aufgegriffen und erschossen worden.
Dieses Drama war bislang weitgehend unbekannt geblieben.
Nur wenige Erwähnungen in Werken zur betreffenden Periode verwiesen darauf, ohne sich jedoch über die Zahl der Opfer oder ihre Identität einigen zu können. Zum ersten Mal wurden Recherchen durchgeführt, um dieses Ereignis zu verstehen und seine Bedeutung in der Tragödie, die afrikanische Soldaten und Zivilisten während des Frankreichfeldzugs von Mai–Juni 1940 erlitten, vollständig zu erfassen.
Die im Rahmen dieses Werkes durchgeführten Recherchen führten 2020–2021 zu einer bedeutenden Erinnerungsarbeit an Schulen der Stadt Rouen, die in diesem Band dokumentiert ist.
Vorworte von Herrn Nicolas Mayer-Rossignol, Bürgermeister von Rouen, und Pascal Blanchard, Vizepräsident der Achac und assoziierter Forscher am CRHIM/UNIL.
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