Der im Juni 1919 unterzeichnete und im Januar 1920 in Kraft getretene Vertrag von Versailles enthält zahlreiche Bestimmungen zur Begrenzung der Wiederaufrüstung des besiegten Deutschlands. So verliert es das Recht auf Panzer, Artillerie und Militärluftfahrt, was zur Auflösung der Luftstreitkräfte führt. Dieses Verbot erstickt jedoch nicht seine Luftfahrtindustrie, die die Klauseln des Vertrags von Versailles umgeht, indem sie ihre Maschinen unter anderem in anderen Ländern baut. Für die Ausbildung seiner Piloten und die Erprobung seines Materials kann Deutschland ab Mitte der 1920er Jahre auf die geheime Fliegerschule in Lipezk in der UdSSR zurückgreifen, die es der Weimarer Republik ermöglicht, ihr aeronautisches Know-how zu erhalten, ohne dass Frankreich und das Vereinigte Königreich davon erfahren. Die Schule von Lipezk schließt im September 1933, wenige Monate nach der Machtergreifung der Nazis in Deutschland.
1935 stattet sich das Dritte Reich erneut mit einer Luftstreitkraft aus: der Luftwaffe. Diese sollte bis 1939, am Vorabend des Zweiten Weltkriegs, zur mächtigsten Militärluftfahrt der westlichen Welt herangewachsen sein.
Diese Geschichte erzählen der Historiker Jacques Pernet, Spezialist für die deutsche und amerikanische Luftfahrt, sowie der Journalist und Schriftsteller Jean-Charles Stasi in einem lebendigen und reich bebilderten Buch mit zahlreichen
historischen Fotos und farbigen Flugzeugprofilen.