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Die weltweite ozeanische Machtverschiebung
L20220096
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Im Laufe weniger Jahre und in größter Stille hat sich eine wahre ozeanische Machtverschiebung rund um den iranischen Dreh- und Angelpunkt vollzogen. Während die Meere den par excellence-Raum darstellen, in dem demographisch schwache, aber technologisch fortgeschrittene Zivilisationen sich durchsetzen können, haben Europa, die Vereinigten Staaten und Japan ihren Einfluss auf den Weltmeeren schrumpfen lassen. Trotz der zunehmenden Meeresabhängigkeit der Wirtschaft haben zahlreiche Staaten dem Ozean weiterhin den Rücken zugekehrt und damit ihre eigene Marginalisierung beschleunigt. Dies gilt für den Iran, der die atomare Abschottung dem maritimen Einfluss vorzog, für die arabischen Länder, stets auf der Suche nach einer Marinestrategie, oder für Afrika, das vom Meer aus geplündert wird. Drei Zivilisationen hingegen haben eine bemerkenswerte maritime Wende vollzogen: Brasilien, Indien und China. Als Spiegel geopolitischer Ambitionen haben die Ozeane somit eine echte Verschiebung erfahren, die langfristig geeignet ist, die Weltordnung selbst zu verändern.
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