Die französische Nuklearabschreckung in der Praxis - Wörterbuch einer nationalen Erzählung
Die französische Abschreckung verschmilzt mit der Strategie, für die sie konzipiert wurde: jeden größeren Krieg in souveräner Entscheidung fernab des nationalen Territoriums zurückzudrängen.
Diese Mission ist seit dem ersten französischen Nukleartest im Jahr 1960 unverändert. Den Anstoß hatte General de Gaulle bereits 1945 gegeben, doch dieses Vorhaben hätte ohne die Mobilisierung einer breiten Wissensgemeinschaft, die politische Empfindlichkeiten überschritt, nicht verwirklicht werden können. Diplomatie, politisches Handeln, Militäroperationen, Rüstungsprogramme, zu beherrschende Technologien, Spionage, Medienaktivitäten und öffentliche Debatten – die französische Nuklearabschreckung ist ein wahrhaftiges Epos, das dieses Buch anhand von zweihundert reich illustrierten Einträgen zu entdecken einlädt.
Im Land der Aufklärung und der Menschenrechte entwickelt, gewinnt das französische Nuklearvorhaben seinen vollen Sinn und fügt sich in unsere nationale Erzählung ein. Diese von jenen aufgebaute nukleare Streitmacht, die die dunkelsten Stunden unserer Zeitgeschichte erlebt haben, bezieht ihre Legitimität aus den von Frankreich unterzeichneten internationalen Verträgen. Als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats trägt unser Land diese Verantwortung in vollem Umfang.
In einer dauerhaft nuklearen Welt ist das französische Abschreckungskonzept eine Strategie der Zukunft und des Friedens.
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